Meine persönliche Mutmacher-Geschichte für euch

Meine persönliche Mutmacher-Geschichte für euch

Wie schaffe ich es, die Hürden des Alltags zu überwinden?

Die liebe Sandra Liane Braun – Raus aus dem Stress, rein ins Leben. Coach und Gedankensortiererin wenn Du sagst „Ich kann nicht mehr!“ hat mich eingeladen, einen Gastbeitrag auf Ihrer Blogparade zu schreiben und ich bin der Einladung gerne gefolgt, auch wenn ich anfangs unsicher war ob meine Geschichte zum Thema passt.

Sandra kenne ich schon sehr lange und schätze sie als gute Freundin und Nachbarin, die auch mir schon geholfen hat, meine Gedanken zu sortieren – Wenn auch nicht als Klientin sondern einfach unbewusst in einem guten Gespräch.

Meine persönliche Geschichte

Hier erzähle ich euch gerne meine „Mutmacher-Geschichte“. Sie hilft euch hoffentlich dabei, den Kopf aufrecht zu halten und euch für die richtige Richtung zu entscheiden.

Ich bin jetzt 47 Jahre alt und arbeite seit 28 Jahren in meinem Traumberuf als Reiseverkehrskauffrau. Wenn es nach dem Berufsinformationszentrum gegangen wäre, wäre ich jetzt Schreinerin. Nichts gegen den Beruf des Schreiners – für mich wäre er allerdings nichts gewesen.

Damals hieß es beim Informationsgespräch kurz vor meinem Abitur, dass ich niemals eine Ausbildungsstelle im Reisebüro bekommen würde. Ich solle mich lieber als Schreiner bewerben, denn die würden gesucht. Trotzdem habe ich mich in meinem Traumberuf beworben und auch sofort eine Zusage erhalten.

Seit etwa 1988 habe ich die Symptome einer Autoimmun-Erkrankung, die aber erst 2004 zufällig diagnostiziert wurde. Es ist das Sjögren-Syndrom – eine Kollagenose. Es zerstört nach und nach mein Drüsengewebe im ganzen Körper in Schüben. Als ich diese Diagnose bekam fiel ich zuerst in ein ganz tiefes Loch. Das Internet half mir auch nicht viel weiter, sondern versetzte mich noch mehr in Angst und Schrecken. Zum Glück steht mein Mann hinter mir und unterstützt mich wenn ich mal nicht so kann wie ich gerne möchte.

Ungefähr seit der gleichen Zeit der Symptome des Sjögren-Syndroms hatte ich ständige Darmprobleme mit Durchfall, Blähbauch, starken Bauchkrämpfen und einem ständig entzündetem Gefühl im Darm. Alle Ärzte, die ich darauf ansprach empfahlen mir nur, dass ich meinen Stress abbauen soll. Auf die schlechten Blutwerte hatte niemand eine Antwort.

Meine persönliche Mutmacher-Geschichte soll euch zeigen, dass man auch mit diversen Einschränkungen ein gutes Leben führen kann.
Meine persönliche Mutmacher-Geschichte

Nach der zufälligen Diagnose 2004 sagte man mir, dass ich wohl keine Kinder bekommen könne, da mein Immunsystem die befruchtete Eizelle sehr wahrscheinlich abstoßen würde. Mit meinem Mann beschloss ich 2006, es trotzdem zu versuchen und drei Monate später war ich schwanger. Zum Glück ging auch während der Schwangerschaft alles gut und wir haben eine gesunde Tochter.

Von 2012 bis letztes Jahr im Juni musste ich diverse sehr starke nichtsteroidale Antirheumatika einnehmen, da ich einen Rheumaschub mit einer Schultersteife hatte. Auf jedes dieser Medikamente reagierte ich mit starken Nebenwirkungen. Das ging von Halluzinationen bis noch stärkerer ständiger Übelkeit, Blähbauch oder starkem Hautausschlag.

Seit Juni 2019 verweigere ich die Einnahme, da meine Blutwerte und mein Befinden sich wesentlich verbessert haben. Meine Rheumatologin ist mittlerweile damit einverstanden, da sich die Werte nicht verschlechtern – drückt mir bitte die Daumen, dass es auch so bleibt!

Warum geht es mir jetzt besser als die 30 Jahre zuvor?

Dass sich mein Befinden so verbessert hat, hat aber auch andere Gründe: Und zwar habe ich angefangen, auf meinen Körper zu hören. Und so ist mir aufgefallen, dass ich morgens meist kaum Beschwerden hatte. Allerdings fingen diese sofort nach dem Frühstück an und bauten sich am Tag mit starken Schmerzen und einem Blähbauch wie im achten Monat auf. Einen Arzt sprach ich mal darauf an. Er machte einen Ultraschall vom Darm und bemerkte nur, dass ich Unmengen an Luft darin hatte. Da könne man nichts machen…..das käme eventuell von den Medikamenten, die ich nehmen müsse.

Im Sommer 2018 hatte ich dann mit meiner Familie Muscheln gegessen. Nach drei Tagen war ich sterbenskrank mit über 40 Grad Fieber. Mein Arzt meinte, dies sei wohl eine Lebensmittel-Vergiftung mit Leberentzündung. Komisch nur, dass niemand aus meiner Familie außer mir krank war, obwohl wir alle das Gleiche gegessen hatten. Ich konnte beinahe nichts essen und trinken, weil es mir so schlecht ging. Nach einer weiteren Woche fing eine Magen-Darm-Geschichte an, die mich noch mehr dehydrierte. Daraufhin wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert, wo ich vier Tage bleiben musste. Nach weiteren zwei Wochen konnte ich mich endlich wieder von alleine auf den Beinen halten.

Meine persönliche Mutmacher-Geschichte soll euch zeigen, dass man auch mit diversen Einschränkungen ein gutes Leben führen kann.
Meine persönliche Mutmacher-Geschichte

Als es mir besser ging machte ich mich im Internet auf die Suche nach meinen ständigen Symptomen. Daraufhin sprach ich erneut mit meinem Arzt und bat darum, auf diverse Unverträglichkeiten getestet zu werden. Bei ihm in der Praxis wurde ein Bluttest auf Laktose-Intoleranz gemacht, der allerdings negativ ausfiel.

Wegen der Muschel-Geschichte fiel ihm dann ein, dass Muscheln sehr viel Histamin haben. Im Gespräch kam heraus, dass ich wohl auch auf Rotwein und histaminhaltige Lebensmittel mit Bauchschmerzen reagiere. Daraufhin wurde ich zum Gastroenterologen überwiesen. Dort wurde ein Bluttest auf Histamin- und ein Atemtest auf Fructoseintoleranz gemacht.

Während des Fructosetests ging es mir nicht gut. Ich hatte Schwindel und ein benommenes Gefühl, aber in der Praxis wurde ich nur damit abgespeist, dass das nicht damit zusammen hängen könne. Das Ergebnis stieg von 0 am Anfang des Tests auf den Wert 42. Da ich aber keine Magen-Darm-Probleme hatte wurde der Test negativ gewertet. Mittlerweile weiß ich, dass ein Anstieg um 20 Punkte ein positives Testergebnis bedeutet – egal ob Beschwerden dabei auftreten oder nicht. Diese können auch erst innerhalb von 72 Stunden in Erscheinung treten.

Der Bluttest wegen der Histamin-Intoleranz fiel auch nicht aussagekräftig aus und lag bei 6,3. Dieser Wert bedeutet, dass ich sehr wahrscheinlich eine HIT habe, aber es nicht definitiv bestätigt werden kann.

Der Wendepunkt

Mit den Ergebnissen ging ich erneut zu meinem Arzt, der dann meinte, dass ich wohl keine Unverträglichkeiten habe. Auf mein Drängen hin wurden mir trotzdem zwei Termine bei einer Ernährungsberatung aufgeschrieben. Und das war mein großes Glück!

Durch einen großen Darmcheck wurde festgestellt, dass ich einige „falsche“ Bakterien im Darm habe, die dort nicht in den Mengen hingehören wie es bei mir der Fall ist. Auch waren einige andere Werte nicht gut und die Auswertung empfahl mir eine Magen- und Darmspiegelung, um organische Ursachen auszuschließen. Zum Glück ergaben diese Untersuchungen keine Auffälligkeiten.

Hätte ich klein beigegeben hätte ich wahrscheinlich immer noch meine Magen-Darm-Probleme mit den Krämpfen, Schmerzen, Durchfällen, dem Blähbauch und dem ständigen Unwohlsein.

Ich habe eine sehr gute Ernährungsberaterin gefunden, die mich auf meinem Weg begleitet. Von ihr habe ich gelernt, ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch zu führen und eine Karenzzeit zu machen. Bereits zwei Wochen nach dem ersten Besuch bei ihr ging es mir durch die Histamin-Auslassdiät schon viel besser.

Durch die histaminarme Ernährung und das Ernährungs-Symptom-Tagebuch habe ich selbst herausgefunden, dass ich wohl doch ein Problem mit Fructose habe. Daraufhin ging ich zu einem Ernährungsmediziner, der den Test wiederholte. Natürlich war dieser (wieder) positiv. Beim Blick auf das erste Testergebnis schüttelte er nur den Kopf, denn Schwindel und Benommenheit sind definitiv Symptome einer Fructose-Intoleranz.

Manchmal hatte ich immer noch Beschwerden nach dem Essen von eigentlich verträglichem Obst. Daraufhin schnappte ich mir wieder mein Ernährungs-Symptom-Protokoll und fand selbst heraus, dass ich auch auf Sorbit reagiere.

Meine persönliche Mutmacher-Geschichte soll euch zeigen, dass man auch mit diversen Einschränkungen ein gutes Leben führen kann.
Meine persönliche Mutmacher-Geschichte

Meist ging es mir gut seitdem ich mich histamin-, fructose- und sorbitarm ernähre. Allerdings hatte ich teilweise immer noch Probleme, die ich nicht zuordnen konnte. Obwohl ich mich strikt an die Ernährungsvorgaben hielt, hatte ich immer noch dieses entzündete Gefühl im Darm.

Um Weihnachten letztes Jahr hatte ich mir vorgenommen, dass ich dieses Jahr dem Übel auf den Grund gehe. Es gibt einen Arzt im Saarland, der sich sehr gut mit Histamin-Intoleranz und weiteren eher nicht geläufigen und seltenen Erkrankungen in dieser Richtung auskennt. Er ist ein Privatarzt und man muss alle Untersuchungen selbst zahlen. Dies war es mir allerdings wert und es wurden unzählige Blut-, Urin- und Stuhltests veranlasst.

Hierbei kam heraus, dass ich ein Leaky Gut habe. Seitdem ich auch dies in Angriff genommen habe, geht es mir fast jeden Tag sehr gut. Ich habe das Gefühl, dass ich mehr vertrage als früher. Der Arzt sagte mir zwar, dass meine Intoleranzen sehr wahrscheinlich bleiben, aber damit komme ich gut klar.

Damit es mir gut geht muss ich trotzdem täglich an mir arbeiten und sehr streng auf meine Ernährung achten – noch mehr als vorher. Ich esse weniger Gluten und Laktose und achte auf die FODMAPs (das sind schwer vergärbare Kohenhydrate), was meinen Speiseplan nochmal etwas einschränkt. Auch nehme ich viele Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamine und Aminosäuren, damit mein Körper funktionieren kann. Durch die etwas einseitigere Ernährung erhält mein Körper ohne diese Mittel zu wenig erforderliche Nährstoffe. Auch die Autoimmunerkrankung verbraucht mehr davon als wenn ich gesund wäre.

Ich teste sehr viel selbst aus, da sich die Ärzte mit meinen Erkrankungen nicht wirklich auskennen und erst recht nicht in der Kombination. Jeder schaut nur auf seine Fachrichtung und ich werde nicht ganzheitlich betrachtet.

Zum Beispiel habe ich selbst herausfinden müssen, dass ich zu wenig Magensäure habe und wohl deswegen meine Eiweißverdauung und somit auch die Aufnahme gestört sind. Also nehme ich zu jeden Mahlzeiten Betain HCL ein, das ist eine Tablette mit Magensäure.

Da mein Körper sehr auf Stress reagiert und dabei extrem viel Histamin aus meinen Mastzellen ausschüttet, brauche ich viel mehr Auszeiten als früher, damit es mir gut geht. Ich versuche, jeden Tag größere Pausen einzulegen und mich dabei zu entspannen Das klappt mal besser, mal schlechter.

Meine persönliche Mutmacher-Geschichte soll euch zeigen, dass man auch mit diversen Einschränkungen ein gutes Leben führen kann.
Meine persönliche Mutmacher-Geschichte

Auch Sport gehört dazu, allerdings darf ich mich nicht zu sehr dabei anstrengen, da mich ansonsten das Histamin überflutet und ich Kreislaufprobleme und Übelkeit davon bekommen kann. Wir haben uns jetzt E-Bikes zugelegt. So kann ich mich (meist) entspannt bewegen und komme trotzdem an die frische Luft. Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio habe ich im Januar gekündigt, da ich danach immer total fertig und der Tag gelaufen war.

Früher habe ich Karate gemacht, nach langer Pause habe ich jetzt mit Win Tsung angefangen und es tut mir gut wenn ich es nicht übertreibe. Vor Corona war ich auch öfter im Qi Gong, dies wird zur Zeit allerdings nicht angeboten. Das tat mir immer sehr gut.

Gerne entspanne ich auch bei progressiver Muskelentspannung nach Jacobson. Diese habe ich letztes Jahr in der Reha kennen gelernt. Andere Entspannungsmethoden wie autogenes Training und Meditation liegen mir nicht so gut. Für jeden ist aber etwa dabei, manchmal muss man nur ein bisschen testen was passt.

Ich durchforste immer wenn ich Zeit habe das Internet nach leckeren Rezepten und überlege ob ich sie für mich verträglich, aber trotzdem lecker abwandeln kann. Dann teste ich sie aus. Nicht jedes Mal klappt es so wie ich es mir vorstelle, aber meistens schon. Meine Familie muss da durch, darf aber natürlich aber auch Sachen essen, die bei mir nicht gehen.

Wie ihr seht habe ich mittlerweile einen gut angenommenen Foodblog, der sich mit dem Thema befasst. Seit Corona läuft es in meiner ursprünglichen Branche nicht rund – das ist kein Geheimnis. Meine Kolleginnen und ich sind bis Ende September in Kurzarbeit. Da ich sowieso nur Teilzeit arbeite, bin jetzt noch öfter zuhause.

Aus diesem Grund und weil mich das Thema interessiert habe ich mir im Mai diesen Jahres ein Herz gefasst (Sandra hat mich in einem nachbarschaftlichen Gespräch auch darin bestärkt) und mich zu einem Zertifikat zur Ernährungsberaterin angemeldet. Die Prüfung wird bald sein und ich hoffe, dass ich sie bestehe. Dann möchte ich gerne anderen Betroffenen meine Hilfe anbieten und sie auf ihrem Weg begleiten.

Trotz der vielen Einschränkungen bin ich mit meinem Leben glücklich und zufrieden. Ich mache einfach das Beste daraus!

Ich hoffe, Ihr könnt für euch aus meinem Beitrag etwas Positives ziehen und ich konnte euch etwas Mut machen.

Mein Motto lautet: Aufstehen und Krönchen richten – Traut euch, es geht immer weiter!

Ich würde mich auch sehr freuen wenn ihr meinem Blog oder auch gerne auf Instagram oder Facebook folgen würdet.

Liebe Grüße