Die Auslöser einer Histamin-Intoleranz

Die Auslöser einer Histamin-Intoleranz

Erworben oder angeboren?

Was sind die Auslöser einer Histamin-Intoleranz? Um eine Histamin-Intoleranz zu verbessern, solltest du auf die Suche nach den Auslösern gehen. Nur in ganz seltenen Fällen liegt eine genetische Variante vor. Bei dieser kannst du nur mit einem histaminarmen Lebensstil deine Situation verbessern. Um festzustellen, ob es sich bei dir um genetische HIT handelt, kannst du dich testen lassen. Hast du allerdings erst seit Neuestem Symptome, ist sie sehr unwahrscheinlich. Dann solltest du lieber zuerst die folgenden Punkte abklären lassen:

Enzym-Mangel

Dein Hausarzt oder Heilpraktiker kann den DAO-Wert – auch Diaminoxidasee – in deinem Blut bestimmen lassen. Mittlerweile gibt es auch Tests online zu kaufen, die du selbst durchführen kannst.

Die DAO ist das Enzym, das Histamin spaltet und abbaut. Liegt der Wert weit unterhalb des Normbereichs, ist eine Histamin-Intoleranz sehr sicher. Liegt er im Grenzbereich, kannst du trotzdem eine HIT haben. Hier kannst du durch eine Auslassdiät selbst testen, ob es dir danach besser geht. Hierbei hilft dir mein Ebook mit Rezepten bestimmt weiter.

Es gibt auch noch die HNMT-Abaustörung. Mehr dazu findet ihr im unten beschrieben Buch, das ich auch als Quelle für diesen Artikel verwendet habe.

Mangelzustände

Du solltest beim Arzt oder Heilpraktiker eine Blutanalyse der Mikronährstoffe und Vitamine zu veranlassen. Manchmal kann eine HIT durch Nährstoffmangel verursacht sein. Die DAO benötigt bestimmte Mineralien und Vitamine, um gebildet zu werden. Liegt hier ein Mangel vor, kann deine HIT durch Gabe der passenden Nahrungsergänzungsmittel verbessert werden.

Auch solltest du die Medikamente checken, die du einnimmst, da einige einen Nährstoffmangel begünstigen können. Hierzu gehören zum Beispiel Cortison, hormonelle Verhütungsmittel, Protonenpumpenhemmer, Asthamittel, ASS, Metformin, ACE-Hemmer und Bluthochdruckhemmer.

Ungünstige Darmbakterien

Manchmal haben sich durch ungünstige Ernährung auch die falschen Darmbakterien vermehrt und die guten dadurch verdrängt. Hier kommt deine Verdauung gehörig ins Schleudern. Die „schlechten“ Bakterien haben ganz andere Vorlieben als die guten. Durch die Kommunikation von Darm und Gehirn ensteht auch so die Lust z.B. auf zu viel Süßes und die Umlust auf Gemüse und Ballaststoffe.

Hier gilt es, die guten Bakterien durch geeignete Ernährung zu unterstützen. Du kannst auch beim Heilpraktiker oder online einen Stuhltest durchführen lassen. Hier werden diverse Darm-Parameter gecheckt.

Manchmal ist es ratsam, Pro- und Präbiotika einzunehmen. Hier darf ich als Ernährungsberaterin keine Therapien empfehlen, frage hierzu bitte deinen Arzt oder Heilpraktiker.

Leaky Gut

Wo wir gerade beim Thema Darm sind: Es könnte auch sein, dass du ein Leaky Gut hast. Hierbei können Substanzen aus dem Darm ins Blut gelangen, die dort nicht hingehören. Darauf kann dein Körper mit pseudoallergischen Symptomen reagieren.

Mehr dazu findest du auch in meinen beiden Artikeln hier auf dem Blog: Leaky Gut Teil 1 und Leaky Gut Teil 2.

SIBO/DDFB

Noch eine Sache zum Darm: Eine weitere Möglichkeit ist eine Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB) oder eine SIBO. Beides bedeutet das Gleiche.

Normalerweise sind im Dünndarm keine Bakterien abgesiedelt. Hier wirken zur Verdauung nur Enzyme. Wenn aber nun durch eine Undichtigkeit der Ileozökalklappe zwischen Dünn- und Dickdarm vorliegt, kann es sein, dass Bakterien vom Dickdarm in den Dünndarm wandern. Dies macht dann Probleme.

MCAS/MCAD

MCAS bedeutet eine Mastzell-Aktivierungs-Syndrom. Hierbei wird die Histaminausschüttung durch bestimmte Trigger aus den Mastzellen angeregt. Diese Trigger sind individuell sehr verschieden und können ganz banal sein wie Hitze, Kälte, Düfte, Lebensmittel, Stress etc.

Schlafmangel

Schlafmangel bedeutet Stress für deinen Körper, weil er nicht gemügend Ruhe bekommt. Achte darauf, eine gute Schlafhygiene einzuführen. Manche helfen Rituale, die jeden Abend gleich sind.

Ein zu hoher Histaminpegel im Körper kann eine schlechte Schlafqualität bedingen und diese wiederum den Histaminpegel erneut hochschrauben.

Hier kommen wir dann gleich zum nächsten Thema:

Stress

Es ist bei einer Histamin-Intoleranz unabdingbar, dass du versuchst, deinen Stresslevel so gering wie möglich zu halten. Stress ist ein starker Trigger zur Histaminausschüttung.

Schaue dir mal verschiedene Methoden zum Stressabbau an. Manche werden nicht zu dir passen, andere werden dir gut tun. Dies ist auch von Person zu Person unterschiedlich. Ich zum Beispiel entspanne bei Heavy Metal-Musik meiner Lieblingsgruppen und bei PMR (Progressive Muskelralaxation nach Jacobson). Autogenes Training und Meditation allerdings regen mich auf und bewirken das Gegenteil.

Generell ist leichte körperliche Bewegung gut zum Stressabbau geeignet. Wie wäre es mit einem Spaziergang durch den ruhigen Wald?

Wichtig ist, dass du nur das machst, was dir gut tut. Dein Körper wird es dir verraten, du musst nur zuhören!

Hormonungleichgewicht

Gerade bei Frauen ist der Auslöser einer HIT oft ein Hormon-Ungleichgewicht. Hier kann der Gynäkologe eventuell helfen. Manche stellen sich quer und machen den Test erst in den Wechseljahren. Es gibt auch gute Tests, die du online bestellen kannst oder du frägst einen Heilpraktiker.

Auch deine Schilddrüse solltest du testen lassen. Wenn hier eine Über- oder Unterfunktion besteht, kann dies auch eine HIT auslösen bzw. triggern.

Fast Food

Durch den Verzehr von Fast Food oder generell stark beabeiteten Lebensmitteln steigt dein Histaminspiegel stark an. Wenn du dann auch nur ein kleines Problem mit dem Abbau hast, erhöhst du damit deinen Pegel im Körper immer mehr bis dein „Fass überläuft. Ab diesem Zeitpunkt bemerkst du Symptome.

Mit frisch gekochtem Essen und naturbelassenen Lebensmitteln tust du deinem Körper etwas Gutes. Bei Histamin-Intoleranz solltest du natürlich auch auf den Histamingehalt deiner Lebensmittel achten.

Zahnprobleme und CMD

Geh bitte auf jeden Fall regelmäßig zum Zahnarzt. Manche Menschen haben Entzündungsherde im Körper, die nicht weh tun (Silent Inflammation). Diese schüren aber weitere Entzündungen, da sich die Erreger unbemerkt im Körper verteilen können. Dies kann auch die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen triggern.

CMD ist die Cranio mandibuläre Dysfunktion. Dies bedeutet, dass die Kiefer nicht zu hundertprozent aufeinander passen. Dies kann sich in Verspannungen und nächtlichem Zähneknirschen zeigen. Auch dies triggert die Histaminausschüttung.

Allergien und weitere Intoleranzen

Kläre beim Allergologen bzw. Ernährungsmediziner ab, ob eventuell Nahrungsmittel-Allergien vorliegen. Hier bitte darauf bestehen, dass die Allergene im Blut bestimmt werden, dies ist aussagekräfiger als der Pricktest auf der Haut.

Auch weitere Nahrungsmittel-Intoleranzen sollten abgeklärt werden. Oft kommt nicht nur eine alleine daher. Die Symptome überschneiden sich oft und sind nicht unbedingt zu unterscheiden.

HPU

Auch eine HPU, kurz für Hämopyrrollaktamurie, kann ein Auslöser für eine HIT sein. Es handelt sich hier um eine gar nicht einmal so seltene Stoffwechselstörung. Hierbei werden verschiedene wichtige Vitalstoffe aus dem Körper geschwemmt. Unter anderem auch welche, die für die Bildung der DAO wichtig sind. Mehr dazu findest du auf der Webseite von HPUandyou.

HWS

Auch eine instabile Halswirbelsäule kann eine Histamin-Intoleranz auslösen. Hierbei kommt es zu einer ständigen Reizung von Rezeptoren und dadurch zu Ausschüttung von Histamin aus den Nervenzellen.

Was war mein Auslöser?

Bei mir wurde zuerst das Leaky Gut festgestellt. Als ich dies behandelt hatte, ging es mir schon wesentlich besser, aber immer noch nicht gut. KPU (etwas ähnliches wie HPU) wurde ausgeschlossen.

Erst als mir ein anderer Arzt im Oktober 2021 sagte, ich solle mich auf HPU testen, hate ich einen zweiten Auslöser. Hier nehme ich nun diverse Nahrungsergänzungsmittel und mir geht es nun zum Gück die meiste Zeit wirklich gut.

Meine „Histamin-Reise“ hat bis jetzt dreieinhalb Jahre gedauert und dauert witerhin an. Ich kann aber mittlerweile viele Nahrungsmittel wieder essen ohne Symptome zu bekommen. Ganz selten habe ich noch Histamin bedingte Beschwerden.

Bleib auf jeden Fall am Ball! Denn durch deine Hartnäckigeit wird sich irgendwann der Auslöser finden. Wenn du ihn behandeln kannst, hast du auch gute Chancen, die HIT wieder loszuwerden.

Buchempfehlung

Das Buch „Der Histamin-Irrtum“ von Kyra und Sascha Kauffmann kann ich dir sehr empfehlen. Ich habe es hier als Quelle verwendet. Im Buch findest du viele weitere Informationen zu den genannten Themen. Es ist wirklich sehr interessant und erklärt euch alles genauer, beleuchtet es wissenschaftlicher und gibt auch Therapieansätze.

Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

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6 thoughts on “Die Auslöser einer Histamin-Intoleranz”

  • Hallo Christine, leider haben sich meine Symptome in letzter Zeit, wohl durch zu viel Stress bei der Arbeit massiv verschlimmert. Zusätzlich musste ich ein Antibiotika einnehmen…
    Darf ich dich fragen….
    Leaky gut Abklärung: ich habe mich auf die Suche nach einem Arzt gemacht und nur einen gefunden, der eine Abklärung machen will. Er besteht auf eine Magendarmspiegelung. Da dies eine Narkose,…bedeutet möchte ich sie in meinem jetzigen Zustand nicht machen. Hast du deine Abklärung ohne Magendarmspiegelung gemacht…
    Kennst du vielleicht einen Arzt in Tirol oder Nahe der Grenze?
    Wie klärt man eine MCAS ab…und was ist der Unterschied zur Hit…
    Freue mich auf eine Antwort mit lieben Grüßen
    Anita😌

    • Hallo Anita,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich schreibe dir gleich eine persönliche Antwort an deine Email-Adresse.
      Liebe Grüße
      Christine

  • Liebe Christine,
    ich bin ja glücklicherweise nicht betroffen wie du weißt und trotzdem fand ich deinen Beitrag sehr aufschlussreich! Ich erinnere mich auch an meine sehr gestresste Klientin, die eine HIT bei sich vermutet hat und die am Ende unserer Zusammenarbeit ihren Stress so sehr reduziert hat, dass es ihr im Magen-Darmbereich viel viel besser ging.

    Danke für deine gute Aufklärung in dem Thema!

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Stress macht in der Tat sehr viel aus bei einer Histamin-Intoleranz.

      Liebe Grüße

      Christine

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